Tuesday, 2. February 2021

Berlin - Manufaktur

Berlin, Berlin …

… ich fahre nach Berlin. Wie man meinen vorherigen Zeilen entnehmen konnte, wird die EVO-R Karosse von einem Meister seines Faches in Berlin hergestellt. Ein Flugzeugbau-Ing. mit Rad-Profi Vergangenheit.

Hier ein Blick aus seiner Werkstatt …

… und hier nur einen ganz kleinen Einblick in seine Werkstatt, mehr wird noch nicht verraten.

Als Robert das EVO-R bei mir in der Garage stehen sah, war es auch um ihn geschehen. Sofort weckte dieses wunderbare Gefährt sein Interesse und Ideenreichtum. Ich konnte ihm gar nicht so schnell folgen, als er mir aus dem Stehgreif heraus Verbesserungen aufzählte. Ich dachte einfach nur: Mach es!

Viele Wochen standen wir in persönlichem Kontakt und tauschten unsere Ideen aus. Das Meiste davon wird auch tatsächlich in die Realität umgesetzt. Ich werde nach und nach davon berichten.

Nächste Woche geht es weiter, ich freue mich sehr darauf, hier im Blog davon berichten zu können.

Freitag, 05.03.2021

Der Aufenthalt in Berlin hatte es in sich. Täglich über 14 Stunden durchgearbeitet. Neue Ideen besprochen und umgesetzt. Robert und ich brennen für das Projekt. Ich wollte es eigentlich noch nicht offiziell bekannt geben, aber ich tue es hiermit und jetzt:

Das EVO-R wird in einem aufwändigen Prepreg-Verfahren (preimpregnated fibers = vorimprägnierte Fasern) hergestellt. Somit dürfte das EVO-R das erste und aktuell einzige Velomobil in dieser Bauweise sein. Dafür werden extra neue Formen hergestellt. Auch erhält die Wabentechnologie wieder Einzug in die Herstellung. Darüber informiere ich aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Noch etwas Zukunftsmusik, aber schon auf der "ToDo-Liste"

Wir dachten uns, wenn man diesen Weg geht, dann richtig. Soll heißen, dass wir auch den Großteil der benötigten Anbauteile selbst herstellen werden. Diese sind: Carbon-Federbeine,Carbon-Spurplatten, verstellbaren Carbon-Tiller inklusive eigenem Tillergelenk und Aufnahme für den Lenkfinger.Carbon-Panzerhebel werden in Kürze folgen.

Hier noch als Rendering

Hier schon in der Fertigung

Für den ersten Versuch gar nicht mal so übel

Eins sage ich vorab. Dieses gezeigte Federbein war nur eine Spielerei, um zu sehen, was ist machbar und was nicht. Das Design hat sich mittlerweile stark verändert und wiegt auch ca.8gr mehr.

Die linke Schwingenaufnahme hat den Test auch bestanden. Hier noch in matter Ausführung. Für die Zukunft werden die Formen vorher poliert, damit die edlen Teile in strahlendem Glanz erscheinen.

Sonntag, d.21.03.2021

Ein weiteres Bauteil, das meine Augen beleidigte, ist/war diese Baumarktkösung als Umlenkrollenhalter. Es ist sehr günstig in der Herstellung und es funktioniert auch.

Mir ist das definiv zu wenig, deshalb entwarf ich eine kleine Brücke, welche die Umlenkrolle auf 4 verschiedene Positionen aufnehmen kann.Erst aus Pappe, dann aus Sperrholz. Leider habe ich versäumt, den Sperrholz-Dummy abzulichten.....

...das macht aber nix, denn wichtiger ist doch, wie es tatsächlich aussehen wird.

Inklusive kleiner Staufächer für Schläuche, Werkzeug, Schlüssel etc. Wir sind stolz auf unseren Umlenkrollenhalter.

Dienstag, d. 30.03.2021

Es sollten letzte Vorbereitungen für den Laminat-Aufbau getroffen werden, deshalb zeigte Robert mir die Möglichkeiten, die sich uns bieten. Verschiedene Lagen und entstehende Dicken und die daraus resultierenden Festigkeiten. Vom einfachen Gelege bis hin zum Wabenaufbau. Es ist schon erstaunlich, welche Festigkeiten man mit Carbon bei geringstem Gewicht erreichen kann.

Es wurde mir schnell klar, wie der Boden der neuen EVO-R-Karosse aufgebaut werden wird. Dies wird natürlich noch nicht verraten.
Robert reagierte auch auf meine Bitte hin, die "Baumarkt-Optik" im Velomobil weiterhin zu reduzieren. Aluminium ist ein toller Werkstoff, er ist günstig in der Beschaffung und läßt sich relativ einfach bearbeiten. In eloxierter Ausführung sieht das sogar sehr chic aus. Jedoch ist es für mich am Ende teurer, als das was ich hier jetzt zeigen werde.
Die neuen Spurplatten werden übrigens in einem Autoklaven hergestellt.

Sie sehen nicht nur edel aus, sondern sie sind auch noch erheblich leichter als die Aluteile. Das Bruchverhalten wurde getestet und sie bestanden den Test mit Leichtigkeit.

Bei all der vielen Arbeit, soll der Spaß nicht zu kurz kommen. Was macht man eigentlich mit Restmaterial? Genau, das was jeder tun würde, man bastelt sich eine Seifenschale aus Carbon.

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